Gastroskopie

Bei der Magenspiegelung (Gastroskopie, eigentlich „Ösophago-Gastro-Duodenoskopie“) wird der obere Teil des Verdauungstrakts, die Speiseröhre, der Magen und der Zwölffingerdarm untersucht. Während der Untersuchung können u.a. Gewebeproben entnommen, Polypen entfernt oder Blutungen gestillt werden.

Eine Magenspiegelung ist sinnvoll bei anhaltenden Oberbauchbeschwerden, Sodbrennen, anhaltendem Durchfall oder Schluckstörungen, auch im Rahmen der Klärung eines unklaren Gewichtsverlustes oder einer Blutarmut (Anämie) ist eine Gastroskopie erforderlich.

Zur Magenspiegelung erscheinen Sie bitte nüchtern, das letzte Essen sollte mindestens 6 Stunden zurückliegen. Ihre Medikamente können Sie am frühen Morgen mit etwas Wasser einnehmen.

Blutverdünnende Medikamente (z.B. ASS, Marcumar o.ä.) müssen nicht abgesetzt werden! (Bitte informieren Sie uns jedoch vorher, ob Sie solche Medikamente einnehmen)

Die Untersuchung erfolgt in einer modernen Kurzschlafbetäubung, so dass Sie hiervon nichts mitbekommen werden. Kommen Sie daher völlig entspannt und ohne Angst zur Untersuchung. Bitte bringen Sie jedoch eine Begleitperson mit, da Sie aufgrund der Betäubung im Anschluss nicht am Straßenverkehr teilnehmen dürfen!

Wichtige Informationen zur Magenspiegelung (Gastroskopie)

Da die ambulante Magenspiegelung in das so genannte Regelleistungsvolumen (RLV) fällt, wird diese von den gesetzlichen Krankenkassen mit lediglich ca. 32 € vergütet. Es ist sicherlich nachvollziehbar, dass eine solch aufwendige Untersuchung unter Kurznarkose mit modernsten, sehr teuren Endoskopen, Beachtung von streng kontrollierten Hygienestandards und unter Mitwirkung mehrerer, für diese Untersuchung eigens qualifizierter Mitarbeiter nicht für diese Vergütung durchgeführt werden kann.

Jede durchgeführte Magenspiegelung bedeutet daher für den Praxisinhaber einen erheblichen Verlust, den er durch anderweitige Leistungen (außer durch die Behandlung von Privatversicherten) nicht ausgleichen kann, dies gilt auch für die Behandlung von Patienten innerhalb der Sprechstunde, die mit einmalig 20,37 € pro Quartal vergütet wird, unabhängig davon, wie oft der Patient in die Praxis kommt.

Es ist uns bewusst, dass diese Betröge für Sie nicht glaubhaft klingen mögen, da jeder Friseurbesuch in Deutschland teurer ist und sowohl die Politik als auch die Presse seit Jahren hartnäckig -und leider auch erfolgreich- den Eindruck vermitteln, Ärzte seien sehr gut, wenn nicht sogar überbezahlt, aber die Echtheit dieser Summen kann jedermann im Internet selbst nachprüfen (siehe EBM Ziffer 13391 bzw. 13392).

Dies ist unter anderem der Grund, warum viele gastroenterologische Praxen keine Magenspiegelungen und auch die Betreuung von gastroenterologisch chronisch Erkrankten nicht mehr durchführen können, selbst wenn sie es wollten.

Jede Leistung ist auf Dauer nicht durchführbar, wenn diese höhere Ausgaben als Einnahmen verursacht. Da Arztpraxen -im Gegensatz zu „systemrelevanten“ Banken und Konzernen- nicht durch den Staat notfalls subventioniert würden, würde ein solches Vorgehen innerhalb weniger Quartale in die Insolvenz und somit Praxisschließung führen.

Ungeachtet dieser Umstände führen wir immer noch die höchste Zahl an Magenspiegelungen und Patientenbetreuungen im Raum Oberhausen und Umgebung durch.

Als Konsequenz wurden uns in jedem Quartal circa ein Drittel der erbrachten Leistungen von der Kassenärztlichen Vereinigung nicht erstattet und von der Vergütung abgezogen, obwohl wir die Leistung bereits erbracht hatten.

Wir bieten in diesem Zusammenhang jedem gesetzlich Versicherten an, die Original-Abrechnungsbescheide bei uns einzusehen, so dass Sie selbst nachprüfen können, dass alle obigen Angaben wahr und nicht übertrieben sind.

Darüber hinaus wurde uns aktuell ein Plausibilitätsprüfungsverfahren angekündigt, weil wir zu viele Leistungen für gesetzlich Versicherte erbracht hätten.

Dies geschieht, obwohl von Seiten des Gesundheitsministers die Praxen aufgefordert wurden, mehr Leistungen für gesetzlich Versicherte zu erbringen und steht in einem eklatanten Widerspruch und kann nur noch als verlogen bezeichnet werden, entspricht aber den wahren Begebenheiten.

Wir haben das Bundesgesundheitsministerium diesbezüglich bereits vor Monaten angeschrieben, jedoch bis heute nicht einmal eine Antwort erhalten!

Die Korrespondenz hierzu kann ebenfalls jederzeit bei uns eingesehen werden!

Im wiederholten Falle einer Plausibilitätsprüfung droht uns neben einer Rückforderung der bereits erbrachten Leistungen der Entzug der Kassenzulassung.

Wir werden daher gezwungen, die Leistungen für gesetzlich Versicherte künftig auf das Maß zu begrenzen, welches uns von Seiten der Kassenärztlichen Vereinigungen gestattet wird, wenn wir nicht die Schließung unserer Einrichtung riskieren wollen.

Um die erlaubte Anzahl an Magenspiegelungen den Patienten zukommen zu lassen, die sie am dringendsten benötigen, können wir ab sofort Anmeldungen für gesetzlich versicherte Patienten nur noch über die kooperierenden Hausarztpraxen entgegennehmen, die ihrerseits die Dringlichkeit einschätzen, um die Reihenfolge der Terminvergabe festlegen zu können.

Wenn Sie Patient einer dieser kooperierenden Hausarztpraxen sind, wird dieser  Sie über ein spezielles Anmeldeformular zu dieser Untersuchung anmelden, wir melden uns dann bei Ihnen telefonisch oder -falls gewünscht- per E-Mail zur Terminabsprache.

Diese Regelung gilt wie beschrieben nur für gesetzlich versicherte Patienten, Angehörige von Privatkassen und Selbstzahler unterliegen nicht diesen -für alle Beteiligten unsäglichen- kassenärztlichen Einschränkungen.

Wir bitten Sie höflich um Verständnis für eventuelle Unannehmlichkeiten. Wir sind gerne für Sie da, jedoch auch gezwungen, die Einschränkungen der kassenärztlichen Regelungen strikt einzuhalten, wenn wir nicht den Entzug der Kassenarztulassung und damit die Schließung der Praxis riskieren wollen.

Abschließend noch ein persönliches Wort: Letztlich kann und darf es auch nicht sein, dass ihre gastroenterologische fachärztliche Behandlung den Versicherungen nur 20,37 € für 3 Monate wert ist (und selbst dieser Betrag nur bis zu einer Höchstanzahl von Patienten), während gleichzeitig Milliardenbeträge für die pharmazeutische Industrie und die stationäre Krankenhausbehandlung ausgegeben werden.

Wir können Sie an dieser Stelle nur ermuntern, sich über die Regelungen hinsichtlich der Magenspiegelungen und der Fachärztlichen Betreuung beim Gesundheitsministerium und den Kassenärztlichen Vereinigungen zu beschweren. Auch wenn die Erwartungen an eine Änderung nicht zu hoch sein dürften, bleibt die Hoffnung, dass ein steter Tropfen den Stein höhlt. Ansonsten laufen wir Gefahr, dass die Fachärztliche Versorgung in Deutschland (wie in vielen europäischen Ländern auch) zugunsten der Krankenhausbehandlung geopfert wird.

Dies kann nicht im Interesse einer guten und persönlichen Versorgung vor Ort sein!

Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit

Ihr

Dr. med. Torsten Schwerdtfeger & Kollegen